Kunstprojekt: Spiel löscht Daten vom Mac
tiziannemeth am 05.11.2009 um 14:52 Uhr

Mit seinem Projekt weist der Künstler aus New York nicht nur darauf hin, wie unverzichtbar virtuelle Daten heutzutage als Bestandteil des täglichen Lebens sind. Er wirft mehr als nur die Frage auf, ab welchem Punkt virtueller Besitz wichtiger wird als physischer.
Was bewegt einen Anwender dazu, Informationen einem Medium anzuvertrauen, von dem er nur wenig versteht? "Lose/Lose" zeigt eindrücklich den Graben zwischen Benutzeroberfläche und Technik im Hintergrund, einen Graben, den der Interface-zentrierte Anwender meist übersieht. Gage behauptet: "Im selben Maße, wie die Technik wächst, sinkt unser Verständnis für sie. Zur selben Zeit jedoch wird sie immer wichtiger für das alltägliche Leben."
Gage will mit seinem unspielbaren Spiel zum Nachdenken anregen: Man kann es als Aufforderung begreifen, sich mit der Technik auseinanderzusetzen und sie mit Bedacht zu verwenden.
Symantec, ein Hersteller von Antiviren-Software, warnt davor, dass jemand die Warnungen aus dem Spiel entfernen und damit Schaden anrichten könnte. Hüten Sie sich also in Zukunft vor dem Ballern auf fremde Wesen, wenn Sie nicht genau wissen, woher Ihr Spiel stammt. Wer allerdings ohnehin vor hat, seinen Rechner neu aufzusetzen, darf sich nun eine Nacht dafür frei nehmen. Der Highscore liegt bei 4912 Punkten oder vernichteten Dateien.
Externe Links:
- Symantec - OSX.Loosemaque: Its Not Just a Game Anymore
Lynhirr am 05.11.2009 um 14:54 Uhr
Ich glaube, ich bin langsam zu alt, um zu verstehen, dass so etwas Kunst ist!
evanbetter am 05.11.2009 um 15:04 Uhr
Super Kunst! Auseinandersetzung mit "Handeln und Konsequenz". gefällt mir, würde es aber nie spielen :-) Auch in dieser Entscheidung hat mich der Künstler bereits herausgefordert - cool.
Genialer Einfall! Das ist schlicht aufrüttelnd!
owa am 05.11.2009 um 15:46 Uhr
Schlimm wird es nur wenn einer kein Englisch kann, dann ist es nur noch eine Falle.
Wer des Englischen mächtig ist sollte es als Denkanstoß sehen mal über das digitale Zeitalter nachzudenken!
Cool!
Takeo am 05.11.2009 um 16:09 Uhr
schnell bei einem "Freund" installieren und dann die Highscore versuchen zu knacken ;)
Klasse!
USeyfried am 05.11.2009 um 16:22 Uhr
Da ham wir endlich wieder die Verbindung zwischen virtuell und dinglich! Haben wir uns doch schon so dran gewöhnt: alles ist nur ein Szenario, alles nur Pixel, immer gibt's ein Apfel-Z.
Unser digitales Vernichten hat Konsequenzen.
Cool.
fa66 am 05.11.2009 um 16:26 Uhr
"...wie unverzichtbar virtuelle Daten heutzutage als Bestandteil des täglichen Lebens sind. Er wirft mehr als nur die Frage auf, ab welchem Punkt virtueller Besitz wichtiger wird als physischer..."
Und immer daran denken, dass auch das Geld auf dem Konto nur virtuell existiert :-)
Ob es einem durch eine Wirtschaftskrise oder durch einen falschen Knopfdruck nicht mehr akkreditiert wird, ist für die Laufereien, die der Betroffene dadurch hat, nachrangig.
Wären es fiktive Daten, hätte dies tatsächlich einen künstlerischen Anspruch. In dieser Form ist das Programm als Angriffssoftware zu werten und dementsprechend zu handeln. Und trotz Warnung ist dem "Schöpfer" eine Mutwilligkeit zu unterstellen. Eine solche Software hat im Netz, in dem sich eben nicht nur volljährige Erwachsene sondern auch Kinder und Jugendliche ohne umfangreiche Sprachkenntnisse aufhalten, nichts verloren.
Ggf. sollte geprüft werden, in wiefern hier eine Straftat vorliegt!
twilight am 06.11.2009 um 09:23 Uhr
Die schon =)
eeZee am 05.11.2009 um 17:10 Uhr
"...wie unverzichtbar virtuelle Daten heutzutage als Bestandteil des täglichen Lebens sind."
... aber wohl kaum diese programmierte Diarrhöe ... zumindest kommt dieser Schwachsinnige damit aber in die Medien.
Dadurch lernen wir, wie unverzichtbar Medienrummel heutzutage als Bestandteil des täglichen Wahnsinns ist.
apex am 05.11.2009 um 17:13 Uhr
>Im selben Maße, wie die Technik wächst, sinkt unser Verständnis für sie.
Sicher? Ich habe mit 33 noch nicht das Gefühl den Anschluss zu verlieren. ;-)
Thomas am 05.11.2009 um 17:20 Uhr
Hm, frag mal deine Eltern... :)
Alpino
am 05.11.2009 um 17:41 Uhr
Der Beitrag wurde am 06.11.2009 um 09:12 Uhr geändert.
Mit 33 ist man doch so in dem Alter, wo die Eltern langsam wieder normal werden, oder?
Und so nebenbei: Was passiert den wirklich, wen ich hier auf den Senden-Knopf mit der Maus klicke?
OK, ich nehme hin, dass das passiert, was ich erwarte. Aber wenn ich ehrlich bin, dann weiss ich nicht wirklich was passiert - vom Anschluss im engeren Sinne kann also keine Rede sein - ich klicke trotzdem ...
Drecksack am 05.11.2009 um 20:13 Uhr
Mein Paps ist über 80 und spielt noch am Pc Flipper und Jassen. Meine Mutter, über 70 sucht im Internet Kochrezepte.... alles eine Frage der Einstellung.
posthörnchen am 06.11.2009 um 08:56 Uhr
Ich steige aus bei Twitter, Pushmail, CSS, Facebook, Cloudsoftwae etc. Entweder will ich nicht, oder ich kann nicht. Ich bin 39 und habe keine Lust mehr mich umzuorientieren, wenn ich gerade mal was begriffen habe. Ich konzentriere mein Wissen und meine Fähigkeiten am Rechner immer mehr auf die Dinge die ich wirklich brauche.




